Das Institut seit 2005

Das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes ist nun zugleich Forschungsstelle des Deutschen Archäologischen Instituts

Im Herbst des Jahres 2005 fielen richtungweisende Entscheidungen, die das DEI, seine Forschung und seine Ausstrahlung von nun an prägen werden:

Die Institutseinrichtungen in Jerusalem und Amman sind wieder ein Institut. Sie forschen gemeinsam, befördern gemeinsame archäologische Projekte und treten als ein Institut in der internationalen Wissenschaftslandschaft in Erscheinung. 

Die Erweiterung des Namens um den gewichtigen Zusatz „zugleich Forschungsstelle des Deutschen Archäologischen Instituts“ (DAI) drückt offiziell aus, was schon seit vielen Jahren praktiziert wird: eine intensive Kooperation beider Institutionen. So entsendet das DAI seit über 20 Jahren Assistenten und Assistentinnen nach Amman. Der hervorragende Ruf des Instituts als deutsche Kultureinrichtung in Amman, als Anlaufstelle und Treffpunkt europäischer Wissenschaftler sowie als Kooperationspartner in deutsch-arabischen Projekten geht auch auf ihre Unterstützung zurück. In Gadara/Umm Qais arbeiten Wissenschaftler des DEI und DAI seit den 1980er Jahren erfolgreich miteinander. Außerdem werden Projekte der Orient-Abteilung des DAI, das in Jordanien keine Außenstelle betreibt, wie z. B. die Ausgrabungen in Hujayrat al-Ghuzlan bei Aqaba oder der Survey in der Ostwüste Jordaniens vom DEI logistisch unterstützt. Das DEI Amman ist zudem bei der Kontakthaltung der Außenstelle Baghdad, die seit einigen Jahren nicht vor Ort besetzt ist, mit den iraqischen Kollegen behilflich.

Neben dem wissenschaftlichen Aspekt der Kooperation des DEI mit dem DAI kommt auch ein wirtschaftlicher zum Tragen, da das Auswärtige Amt das DEI dauerhaft finanziell unterstützt und damit wesentlich zum Erhalt der Institution beiträgt.

Trotz dieser Änderungen richtet sich das Hauptaugenmerk der Institutseinrichtungen in Jerusalem und Amman weiterhin satzungsgemäß auf die Erforschung des Heiligen Landes dies- und jenseits des Jordan und auf die Vermittlung der neuesten Erkenntnisse zu Archäologie und Kultur dieser Region an eine breite Öffentlichkeit.

Dieter ViewegerDieter ViewegerDas Institut wird vom neu gewählten leitenden Direktor, Prof. Dr. Dr. Dieter Vieweger, geleitet. Er wurde am 4. Advent 2005 in einem feierlichen Gottesdienst in der Erlöserkirche in Jerusalem von Landesbischof Johannes Friedrich in sein neues Amt eingeführt. Sein Dienstsitz ist Jerusalem. Während der Wintersemester wird er seine Professuren an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal für Altes Testament und Biblische Archäologie sowie an der Privaten Universität Witten-Herdecke für Archäologie fortführen. Im Sommersemester wird er seine Arbeit im Orient verrichten. Ein/e Assistent/in wird ganzjährig auf dem Ölberg präsent sein und den Direktor in dessen Abwesenheit vertreten. Der Direktor des DEI ist gleichzeitig Stellvertreter des Propstes in Jerusalem und leitet die Bildungsarbeit der EKD in Palästina.

Im Institut auf dem Ölberg sind neu errichtete Gästezimmer vermietbar, die das bieten, was in Amman seit Jahren vorhanden ist: einen komfortablen Standort für Forscher. Die können Projekte in Jerusalem und Umgebung konzentriert und in angenehmer Atmosphäre unter Nutzung der vom Institut bereitgestellten Möglichkeiten (neu aufgestellte Bibliothek, neu errichtete Lehrsammlung, Büroeinrichtung, Telekommunikation etc.) durchführen. Außerdem stehen sie insbesondere jungen Forscher/innen offen, die eigene Projekte in Israel oder den besetzten Gebieten verfolgen.

Jutta HäserJutta HäserFrau Dr. Jutta Häser wurde im November 2005 die Verlängerung ihrer Dienstzeit in Amman als Direktorin des Instituts bis 2012 vom Verwaltungsrat genehmigt. Damit ist die mit ihrem Amtsantritt im Jahr 2004 begonnene, erfolgreiche Kooperation mit Prof. Vieweger, insbesondere beim „Gadara Region Project“, für die nächsten Jahre auch organisatorisch und institutionell gesichert.

Neuerungen betreffen auch den jährlichen Lehrkurs. Dieser wurde 2005 modularisiert und themenorientiert. Er bietet damit dem theologischen, archäologischen und kulturwissenschaftlichen Nachwuchs der künftigen deutschen Forschergeneration eine flexiblere Möglichkeit, den Orient kennen zu lernen oder sein Wissen über diese außerordentlich interessante Region zu vertiefen. Die neu gestaltete Homepage (www.deiahl.de) gibt alle notwendigen Informationen hierzu und zum Institut generell.

(Text nach Häser/Vieweger: Welt und Umwelt der Bibel 4, 2006, 67; ZDPV 122, 2006, 96-100).