Kulturerhalt (DOJAM)
Im Januar 2017 startete ein Kooperationsprojekt zwischen dem Deutschen Evangelischen Institut für Altertumswissenschaften des Heiligen Landes (DEIAHL) und dem Department of Antiquities of Jordan (DoA), das von der Gerda Henkel Stiftung (GHS) im Rahmen der Förderinitiative „Patrimonies“ finanziert wird.

Das Ziel dieses vierjährigen Projektes besteht in der Erhaltung der archäologischen Objekte, die in den Museen Jordaniens lagern oder ausgestellt sind. Dies entspricht dem Strategieplan des DoA (2014-2018), wobei sich die Arbeiten zunächst als Pilotprojekt auf das Jordan Archaeological Museum (JAM) auf der Zitadelle in Amman konzentrieren.

Mehrere Aufgabenstellungen werden dabei verfolgt:
- Erstellung einer Datenbank zur Museumsverwaltung und als Forschungsinstrument
- Foto- und 3D-Dokumentation der archäologischen Objekte des JAM
- Registrierung und Beschreibung der archäologischen Objekte des JAM
- Restaurierung ausgewählter archäologischer Objekte
- Management der Lager und Einrichtung einer Restaurierungswerkstatt
- Erarbeitung eines Notfallplanes bei Gefährdungen durch Naturkatastrophen und kriegerischen Auseinandersetzungen
- Training der Mitarbeiter des DoA
Eine filmische Auseinandersetzung mit den Zielen und Motivationen des Projekts bietet eine von der Gerda-Henkel Stiftung produzierte acht-episodige Reihe.
Die Homepage des Projekts mit weitergehenden Informationen finden Sie unter www.zitadelle-amman.de
Ein „Heritage House“ in Umm Qays

Schon in den 1980er Jahren setzte sich das DEI für den Erhalt von spätosmanischen Häusern in Umm Qays ein, als diese abgerissen werden sollten, um Platz für großflächige Ausgrabungen an der griechisch-römischen Stadt Gadara zu schaffen. Mit großer Unterstützung der deutschen Botschaft wurden bis in die 1990er Jahre hinein drei Häuser restauriert, die seitdem als Grabungshaus, Museum und Office des Department of Antiquities dienen. Seit 2025 wird jetzt der Hosh Aref al Rousan / al Masri restauriert, ein gewachsener Hofhauskomplex am südlichen Rand des alten Dorfes. Er soll nach Fertigstellung einem besonderen Zweck dienen, nämlich als ein Heritage House für die lokale Bevölkerung, wo materielles und immaterielles Kulturgut dieser ländlichen Region im Norden Jordaniens gepflegt, studiert und vermittelt werden kann. Zugrunde liegt dabei ein Konzept, das gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung entwickelt wurde. Die Restaurierung des Gebäudes und die Weiterentwicklung des Konzeptes erfolgt in Kooperation mit dem Büro AGIL und mit finanzieller Unterstützung der Gerda Henkel Stiftung und des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland.
