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15. Modell einer "Ölpresse mit Pfeilern und Schraube"

Das Modell hat die Maße 30 x 18 x 22,5 cm und ist eine Rekonstruktion Dalmans (s.o. Modell des „Grabes Christi”). Dalman schreibt hierzu in „Arbeit und Sitte in Palästina”: „Bei bet nettif im westlichen Judäa sah ich 1909 zwei mit den Langseiten einander zugekehrte Steinpfeiler aus Kalkstein in der Nähe von Resten einer Olivenmühle. … Das durch die Pfeilerpaare gegebene Problem suchte ich zu lösen bei dem ebenfalls 1909 in kefr lut westlich von Bethhoron gesehenen Exemplar. … Diese Einrichtung glaube ich so erklären zu sollen, wie es ein von mir veranlaßtes Modell des Palästinainstituts in Jerusalem zeigt. Eine über beide Pfeiler gelegte Holzplatte enthielt die Schraubenmutter für die Schraubenstange der Presse und mußte deshalb mit den Pfeilern fest verbunden werden. Dies geschah durch in die Falze passende, unten verbreiterte und quer durch den Pfeiler durch runde Hölzer verbundene Leisten, die oben durch die Holzplatte gingen und dort durch Pflöcke mit ihr verbunden wurden. Die durch die Schraubenmutter der Platte gehende Schraubenstange, die unten eine querlaufende Kurbel haben mußte, drückte mit ihrem unteren Ende auf das Preßbrett, dessen gleichmäßiger Stand dadurch gesichert war, daß es auf beiden Seiten über die Pfeiler hinausging und mit seitlichen Verlängerungen in die Rinnen der Vorder- und Rückseite der Pfeiler eingriff. … Unten mußte sich zwischen den Pfeilern ein Stein mit Ablaufeinrichtung für das Öl und davor oder darunter ein Trog für die Aufnahme desselben befinden. Nur Grabung hätte hierüber volle Klarheit gegeben.”[1]

Zitat aus: Heinemann, Olliver, Die Gustaf-Dalman-Sammlung in Jerusalem. Christ-Sein und Palästinawissenschaft: Alkier, Stefan et al. (Hg.), Zeichen aus Text und Stein (Texte und Arbeiten zum neutestamentlichen Zeitalter 42; Tübingen 2003) 88–109.

[1] Ebd., S.226f und Abb.69; vgl. Abb.68.70.71.